Dollar vs. Euro

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Original US-Apple: Macintosh

Vielen von euch sind sicher schon die oftmals stark unterschiedlichen Preise des Apple Online Stores in den USA und dem deutschen bzw. dem österreichischem Store aufgefallen. Apple ist dafür bekannt, dass das Dollar zu Euro Verhältnis oft 1:1 ist. Das ruft zuerst einmal einen gewissen Unmut hervor, denn schließlich sind die Umrechnungskurse von US Dollar in Euro weit jenseits der 1:1. Das ist bei Betrachtung der nackten Zahlen nur verständlich, aber bis auf einige Ausnahmen ist der Vergleich nicht so einfach:

Zuerst sollte zwischen Hardware bzw. Software und Dienstleistungen (Servicegebühren) unterschieden werden.

Situation 1: Nehmen wir als Beispiel für eine eigenwillige Preisbildung den bis vor kurzem 1:1 umgerechneten Mitgliedsbeitrag der Apple Developer Connection: In den USA kostete eine "Select" Mitgliedschaft 499 USD (exkl. Steuern), in Europa 499 EUR (inkl. UST). Da es sich hierbei um ein rein immaterielles Gut in Form eines Aktivierungsschlüssels handelt, der vermutlich durch die gleichen Informationssysteme seitens Apple elektronisch zugestellt wird und keine weiteren Maßnahmen für die Benutzung erforderlich sind, konnte man seinerzeit durchaus berechtigt über diese Preispolitik den Kopf schütteln. Seit einiger Zeit hat Apple allerdings diese Schieflage beseitigt und den Preis auf 399 EUR angepasst.

Situation 2: Stellen wir uns vor, wir sind eine Privatperson und der neue Mac Mini ist endlich auf dem Markt: In Deutschland und Österreich für jeweils 599 EUR zu haben. Der US Online Store listet den Mac Mini hingegen für 599 USD. Rechnet man den Preis in Euro um, so erhält man 475,17 EUR (Stand: 04.03.09, Google). Was für eine Ungerechtigkeit...oder doch nicht? Auf den ersten Blick ist man geneigt dies zu glauben, aber: Sämtliche Preise in den USA verstehen sich immer ohne Sales-Tax. Das ist dem Umstand geschuldet, dass es keinen bundeseinheitlichen Steuersatz gibt, sondern dieser pro Bundesstaat und zusätzlich kommunal unterschiedlich sein kann. Zum Beispiel erhebt New York 8,375% Sales-Tax, wovon 4% sog. State-Tax sind und der Rest von der Stadt erhoben wird. Bezogen auf unseren Mini wären das zusätzliche 50,17 USD, was einem Gesamtpreis von 649,17 USD ergibt. Dieser Betrag entspricht dann 514,96 EUR (Stand: 04.03.09, Google). Das ist allerdings immer noch weniger als 599 EUR - also wieso das Ganze? Ganz einfach: Irgendwie muss der gute Mini ja noch in die EU und da auch EU-Staaten nie genug an Steuern bekommen können, verlangen sie Einführzölle bzw. Einfuhrumsatzsteuer (EUSt.). Im Falle des Minis glücklicherweise nur EUSt., da es sich um einen Computer handelt. Der erhobene Steuersatz richtet sich nach der Höhe der Umsatzsteuer des Landes, in Deutschland 19%, in Österreich 20%. Rechnet man diese Steuer auf den oben genannten Eurobetrag herauf, so erhält man im Falle von Deutschland 612,80 EUR - deutlich mehr als die vorher als zu teuer erachteten 599 EUR.

Dieses Beispiel greift den Privatimport eines New Yorker Mac Mini auf und möchte damit plakativ zeigen, dass der schlichte Preisvergleich von US und DE/AT Online Store nicht so einfach ist wie oftmals angenommen. Zusätzlich zu den steuerrechtlichen und Import-Bestimmungen treffen obendrein noch zwei völlig unterschiedliche Märkte mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Einkommensverhältnissen aufeinander, die den schnellen Vergleich eigentlich nicht ermöglichen. Weiterhin ist zu bedenken, dass es sich bei Apple um ein US Unternehmen handelt, dass sich natürlich im Kern auf die Verhältnisse in den USA ausrichtet und erst danach die weiteren Märkte bedient. (GMan 04.03.2009)

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