Erfahrungsbericht: FusionDrive auf Mac Mini Early 2009

Hallo Forum,
nachdem ich in den letzten Wochen viel in eurem Forum gelesen und dadurch gelernt habe, möchte ich mich auch mal aktiv beteiligen und euch meine Erfahrungen beim Erstellen eines Fusion Drives auf einem alten Mac Mini Early 2009 berichten.

Ausgangslage:

  • Mac mini Early 2009
  • 2 Ghz Intel Core 2 Duo
  • 8 GB 1067 Mhz DDR3 (Samsung) läuft seit 2 Jahren völlig problemlos
  • OS X 10.8.2
  • Original Disk: 320 GB
  • Time Capsule mit 2 TB. Die Disk wird primär nur für TimeMachine verwendet

Was läuft alles so auf meinen Mac:
Open Office, MS-Office, Lightroom 4 (läuft tadellos auf der alten Kiste). Natürlich Firefox und Mail. Dann noch diverses GPS Zeugs.

Wir haben vier User eingerichtet. Nur ich habe Administrator Rechte. Fotos und Lightroom Kataloge liegen unter „Alle Benutzer“ und jeder User kann Lightroom starten und Fotos ansehen. Aber natürlich immer nur einer zu gleichen Zeit. Funktioniert alles prächtig.
So eine Umgebung ist unter Windows praktisch nicht möglich. Aber das muss ich euch ja nicht erzählen.
:smiley:

Da nun langsam aber sicher der interne Plattenplatz ausgeht, musste was getan werden.
SSD Disk ist zwar super, aber mir derzeit mit größerer Kapazität noch zu teuer. Eine 120 GB würde ich mir aber schon leisten.

Also kam mir die Idee, ein Fusion Drive zu bauen. Die Idee einer Kombination von SSD und HDD in ein logisches Volume und der VolumeManager bzw. ein Stück SW/Firmware kümmert sich um die automatische Verteilung der Daten ist ja toll und wird ja auch im professionellen Bereich immer mehr genutzt. Dort heißt das dann je nach Hersteller zB Easy Tiering.

Bei mac-speicher.de noch

  • Fixit 12.7 mm Optical Bay SATA Hard Drive Enclosure
  • OWC Mercury Electra™ 3G SSD 120GB
    gekauft.

Und dann los:
Was bisher geschah:

  • Alle Datensicherungen mit TimeMachine.
  • Recovery USB Speicher Stick erstellt und getestet!
  • Test-Restore der gesamten TimeMachine Sicherung auf eine uralte externe USB Disk. Funktioniert super. Der Mac bootet und läuft tadellos damit. Schnell ist halt was anderes. Wichtig ist, das Restore funktioniert bestens.
  • Dann hab ich gleich mal die TimeMachein Sicherung extrem gestrafft. Mein ältestes Backup war vom Jan 2010! Also mutig die komplette Sicherung gelöscht (brauche die alten Versionen eh nicht mehr)und TimeMachine frisch eingerichtet und laufen lassen.
  • Wieder Test Restore => Erfolgreich.
  • Jetzt traue ich mich auch den Macmini umzubauen. Nach der ifixit Anleitung Optical Drive raus und SSD im Einbaurahmen rein. SSD ist also auf SATA 1.
    Hochfahren. Alles Bestens. SSD kennt er. Der Rest läuft wie gehabt.
  • Dann mal Daten auf die SSD, um zu Testen, dass das Ding auch funktioniert. Full Restore geht nicht, weil SSD zu klein. Na dann installieren wir doch einfach den Berg Löwen drauf. Installation übers Internet läuft natürlich einwandfrei und der Mini bootet von der SSD. Doch das hätte ich nicht tun sollen. Das Ding ist ja richtig flott. Hätte ich mir doch eine größere SSD leisten sollen. Naja, zu spät.
  • So jetzt aber (endlich) Fusion Drive einrichten. Alle Anleitungen dazu habe ich aus diesem Super Forum, im Wesentlichen reicht aber der WikiEintrag zum Fusion Drive.
  • Recovery Boot vom USB Stick.
  • Terminal Session aufmachen und Einrichten des Drives mit diskutil.
  • Geht alles super. Mit diskutil list bzw. diskutil cs list immer geprüft was sich denn da so ändert. Schaut alles gut aus.
  • Dann Restore von der TimeMachine auf das Fusion Drive. Doch dann die Fehlermeldung „ Beim Hinzufügen eines Wiederherstellungssystem auf dem Zielvolume ist ein Fehler aufgetreten.“
  • Nach ausgiebigen Befragungen des Hrn. Google zu diesem Thema, vermute ich mal das das halt mit Fusion Drive nicht geht. Für zB Raid Volumes geht es ja auch nicht. Dumm nur, dass der TimeMachine Restore abbricht.
  • Dann versuche ich halt eine Installation des BergLöwen auf dem Fusion Drive. Das geht wieder alles super. Es gibt halt dann keine Recovery Partition auf dem FusionDrive.
  • Testuser am BergLöwen eingerichtet und dann Datenmigration der Daten mit Time Machine auf den frisch installierten BergLöwen. Geht auch. Aber sind halt noch nicht alle Daten, sondern nur von einem User.
  • So jetzt läuft mir die Zeit davon. Mittlerweile hocke ich den vierten Abend vor dem Bildschirm und der Mac wird jetzt wieder mal zum Arbeiten benötigt.
  • Also vorerst mal Abbruch der Fusion Drive Testerei und zurück zum Anfang. Mit diskutil FusionDrive wieder aufgelöst und mittlerweile schon routiniert Restore mit TimeMachine auf die interne HDD. SSD bleibt mal irgendeine Disk.
  • Mac läuft also derzeit wieder auf der HDD. Bis ich mal wieder Zeit finde (und keiner den Mac braucht), weiter zu machen.

Meine Fragen an das Forum, bevor ich mir die nächsten Stunden für das FusionDrive reserviere:

  • Gibt’s doch eine Möglichkeit eine Recovery Partition auf dem Fusion Drive (CoreStorage) zu erstellen? Wenn ja, wie?
  • Kann ich die Fehlermeldung beim TimeMachine Restore auf das Fusion Drive („Erstellen Wiederherstellungssystem nicht möglich…“) irgendwie umgehen? Das Sytem lässt nur einen Neustart zu. Versucht TimeMachine immer eine RecoveryPartition anzulegen? Das Neu-Installieren geht doch auch ohne.
  • Wie sieht das mit der Recovery Partition bei Fusion Drives aus, die schon so ausgeliefert wurden?
  • Wie kann ich auf dem frisch installierten System am Fusion Drive am Besten die gesamten Daten für alle User mit alle Berechtigungen restoren? Mit dem Migrationsassistenten? Damit das mit den Lightroom Katalogen unter „Alle Benutzer“ wirklich für alle Benutzer funktioniert, habe ich da die Standard-ACL’s etwas abändern müssen.

Bin selber schon gespannt, wie ich weitermache.
:stuck_out_tongue:

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Hallo mm-trebor,
herzlich Willkommen an Bord :flowers: und vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht! :yeah:
Ich drücke die Daumen, dass sich auch zu den Fragen jemand mit Ideen meldet.

Schöne Grüße,
nabla

Hi mm-trebor, willkommen bein den Minis. :flowers:
Du hast ja schon einen ordentlichen Batzen Arbeit hinter dich gebracht. :smiley: Eigentlich sehe ich das Problem bei dir nicht: FD einrichten, Mountainlion frisch installieren und TM-Backup (per Migrationsassi) zurückspielen geht doch!? Eine Recoverypartition richtet der Installer automatisch ein. Die siehst du nur nicht im normalen Betrieb (damit nicht irgendwelche DAUs das löschen). Sollte das nicht der Fall sein, bin ich da trotzdem sehr entspannt, weil man ja
a) einen Recoverystick erstellen oder
b) einen USB-Installationsstick erstellen kann.
Eine der beiden Lösungen führt mit Sicherheit zum Ziel (kaputtes OS neu zu installieren).

So jetzt folgt mein abschließender Bericht zu den ganzen Aktionen.

Ich habe jetzt seit fast drei Wochen mein FusionDrive. Es läuft alles einwandfrei. Die Geschwindigkeit speziell beim Starten und Einloggen ist wesentlich besser als vorher. Auch das Starten der alltäglichen Programme ist flotter als vorher. Also: Mail, Firefox, Office, Lightroom.

Für mich hat sich der Aufwand zum Testen voll ausgezahlt. Ich habe jetzt immerhin einen 4 Jahre alten Mac-Mini der flott läuft und das mit dem aktuellsten Programmen.
Was will man mehr.

PS: Eingerichtet habe ich das Drive wie im ersten Post beschreiben. Recovery Partition hab ich jetzt keine, habe mir dafür aber den Recovery Memory Stick sicher bei Seite gelegt und auch beschriftet. Soll ja schon vorgekommen sein, dass man da mal schnell was drüberschreibt. :smiley:
Ach ja: Das gesamte Restore der Daten habe ich von der externen Disk gemacht. Jene Disk die ich zum Testen des TimeMachine Restore verwendet hatte.

hey mm-trebor:

Mal ne blöde Frage: Ist das Fusion-Drive schneller als die SSD im Betrieb des Mini?

Wie hast Du es schlußendlich gehandhabt mit der RecoveryPartition und dem zurückspielen der Daten aus der TimeMaschine? Lief das durch oder kam da immer der Fehler und Abbruch wegen der Wiederherstellungspartition?

Danke für Deinen Bericht, auch von mir!

Hi archie79muc,
ich kann mir nicht vorstellen, wieso das FusionDrive aus alter HDD und neuer SSD schneller als eine SSD sein soll. Da steckt ja kein RAID0 (also Disk-Stripping, womit man eventuell schneller lesen könnte) oder ähnliches dahinter.
Schließlich besteht es aus einer alten & langsamen HDD und einer kleineren SSD.

Mein subjektiver Eindruck ist aber, dass der alte Mini mit dem FusionDrive insgesamt um einiges schneller als der alte Mini mit seiner HDD ist. Das FusionDrive dürfte also wirklich die öfter benötigten Daten (Datenblöcke) auf die schnellere SSD legen und den Rest auf der HDD lassen.

Den Geschwindigkeitsvorteil bestätigen auch die anderen Nutzer meines Mini, die gar keine Ahnung haben, was da jetzt wirklich in der Kiste drin steckt.

@RecoveryPartition: Habe ich jetzt keine. Dafür habe ich mir den USB-Stick mit der Recovery Partition vorbereitet UND getestet. Hier steht wie’s geht: http://support.apple.com/kb/DL1433?viewlocale=de_DE

@TimeMachine: Vor dem ganzen Testen und Umbauen habe ich das TimeMachine Backup auf eine externe USB-Disk zurück gespielt um zu sehen, ob das denn funktioniert (bevor ich meine Festplatte komplett lösche um daraus ein FusionDrive zu machen). Da sieht man dann auch mal wie das so läuft und ich fühlte mich dann wesentlich sicherer beim Löschen meiner produktiven Festplatte.
Und genau diese voll lauffähige Installation habe ich verwendet um das System auf dem Fusion Drive zu erstellen. Dazu den Berglöwen frisch auf dem FusionDrive installieren und dann, wenn man danach gefragt wird, das System von einem anderen Mac (den auf der externen Festplatte) wieder herstellen.
Soweit ich das verstehe passiert dabei das Gleiche wie beim Migrationsassistenten, nur halt zu einem früheren Zeitpunkt im Installationsprozess.